
Was die Beziehungsforschung über glückliche Paaren sagt
27. Januar 2026
Paarberatung Ludwigsburg – Intimität in der Partnerschaft
3. Februar 2026Warum wir in destruktiven Beziehungen bleiben
Die Rolle von Scham und alten Bindungsmustern
Habt ihr euch schon einmal gefragt, warum ihr in einer Beziehung bleibt, die euch nicht guttut? Die Antwort liegt tiefer, als die meisten denken – in unseren frühesten Bindungserfahrungen und der Scham, die wir als Kinder entwickelt haben.
Das Phänomen: Wenn "vertraut" wichtiger wird als "gut"
Viele Paare, die zu uns in die Paarberatung nach Ludwigsburg kommen, stellen sich dieselbe Frage: "Warum bleibe ich in dieser Beziehung, obwohl sie mich so viel Kraft kostet?" Die Antwort ist so unbequem wie befreiend: Weil sich genau diese Art von Beziehung vertraut anfühlt.
Destruktive Beziehungen – ob zur Partnerin, zum Partner, zu Freunden oder Arbeitskollegen – kosten Energie und erfüllen uns nicht. Dennoch halten wir daran fest. Der Grund dafür liegt in unseren unbewussten Identifikationen und Glaubenssätzen, die wir in unserer Kindheit entwickelt haben.
Was wir als Kinder über Liebe lernen
Die Art und Weise, wie unsere Eltern damals mit uns in Beziehung gegangen sind, wird zur unbewussten Schablone dafür, was sich als "richtiger" Kontakt anfühlt und was uns vertraut ist. Dabei spielt es oft keine Rolle, ob uns diese Art des Kontaktes guttut und unsere Bedürfnisse erfüllt oder nicht.
Versteckte Botschaften prägen unser Beziehungsverständnis
Entscheidend ist nicht, was unsere Eltern uns bewusst gesagt haben, sondern was unbewusst und gefühlt bei uns angekommen ist. Oft beteuern Eltern, wie sehr sie ihre Kinder lieben und für sie da sind. Doch die unbewusste, gefühlte Erfahrung des Kindes kann eine ganz andere sein:
- Die Eltern sind emotional nicht erreichbar, weil sie so viel zu tun haben
- Sie haben selbst nie erfahren, was wirklicher Kontakt bedeutet
- Sie benutzen das Kind unbewusst für ihre eigenen unerfüllten Bedürfnisse nach Nähe
Was Liebe für uns unbewusst bedeuten kann
Durch diese frühen Erfahrungen entwickeln wir unbewusste Auffassungen darüber, was Beziehung, Kontakt und Liebe bedeuten. Liebe kann dabei unter Umständen bedeuten:
- Nicht gesehen zu werden
- Dass die eigenen Bedürfnisse keinen Raum haben
- Dass man sich anstrengen und die Liebe verdienen muss
- Dass man perfekt oder immer für den anderen da sein muss
- Dass man Jammern oder Schimpfen ertragen muss
- Dass der andere nicht wirklich erreichbar ist
Wichtig zu verstehen: Diese Botschaften können sehr subtil sein. Wir können gleichzeitig einen starken Wunsch nach erfüllten Beziehungen haben und trotzdem unbewusst an destruktiven Beziehungsmustern festhalten.
Scham: Die verborgene Kraft hinter destruktiven Beziehungen
An der Wurzel all dieser Muster steht die tiefe Scham, die wir in unserer Kindheit entwickelt haben, als unsere zentralen Bedürfnisse nicht ausreichend erfüllt wurden.
Die schambasierte Identifikation
Diese Scham manifestiert sich in einer grundlegenden Überzeugung: "Ich habe es nicht verdient, dass meine Kernbedürfnisse erfüllt werden."
Um an dieser schambasierten kindlichen Identifikation festhalten zu können, nutzen wir als Erwachsene die unterschiedlichsten Strategien:
Rückzugsstrategien:
- Wir machen dicht, sobald der andere uns zu nahe kommt
- Wir zeigen uns nicht wirklich oder spielen nur eine Rolle
- Wir suchen uns Partner, die ebenfalls keine Nähe zulassen
Anpassungsstrategien:
- Wir richten die Aufmerksamkeit vor allem auf die Bedürfnisse des anderen
- Wir versuchen, die Erwartungen des Partners zu erfüllen
- Wir gehen über unsere eigenen Grenzen und opfern uns auf
Kontrollstrategien:
- Wir werden fordernd und kritisierend
- Wir versuchen den Partner zu kontrollieren oder zu erniedrigen
- Wir verlangen, dass er uns die Wünsche von den Augen abliest
Warum Beziehungsmuster erst später sichtbar werden
Die gelernten Beziehungsmuster zeigen sich nicht sofort, sondern erst nach einer Weile, nämlich je näher und intimer eine Beziehung wird.
Die Phase des Verliebtseins
Am Anfang, im Rausch des Verliebtseins, sind die alten Muster im Hintergrund. Alles fühlt sich wunderbar an. Der andere scheint perfekt zu sein.
Wenn die wahre Beziehung beginnt
Wenn die Phase des Verliebtseins vorbei ist und wirkliche partnerschaftliche Liebe entstehen kann, treten die gelernten unbewussten Beziehungsauffassungen zum Vorschein. Plötzlich merken wir:
- Der Partner zieht sich zurück
- Die emotionale Nähe fehlt
- Alte Konflikte tauchen auf
- Es fühlt sich vertraut, aber nicht erfüllend an
Ein Beispiel: Martha und Javier
Marthas Geschichte verdeutlicht, wie subtil diese Muster wirken:
Martha, eine Psychotherapeutin, hatte vor Javier nur Beziehungen zu Männern, die sprunghaft und unzuverlässig waren. Sie nahm sich vor, sich nicht mehr auf solche Männer einzulassen. Als sie Javier kennenlernte – beständig, verlässlich, bodenständig – war sie überzeugt, endlich den Richtigen gefunden zu haben.
Was Martha nicht sah
Obwohl Javier physisch anwesend und verlässlich war, war er emotional abwesend. Er zog sich zurück, blockte ab, wenn Martha emotionale Nähe suchte, und lehnte gemeinsame Aktivitäten ab.
Die unbewusste Wiederholung
Martha hatte sich zwar von ihrer Scham bezüglich physischer Verlässlichkeit befreit, aber ihre Scham darüber, einen Partner verdient zu haben, der auch emotional für sie da ist, war ihr noch nicht bewusst.
Die Wurzeln in ihrer Kindheit
Ihr Vater hatte sich oft zurückgezogen und war nicht wirklich anwesend.
Ihre Mutter kümmerte sich vorbildlich um die materiellen Bedürfnisse, war aber emotional nicht erreichbar. Sie war immer in Eile, sah nur die Oberfläche ("Am nächsten Tag kauf ich dir etwas Schönes"), aber hörte nicht wirklich zu, was Martha emotional bewegte.
Die kindliche Lösung
Als Kind entwickelte Martha die Überzeugung: "Ich habe die beste Mutter der Welt" – und gleichzeitig die unbewusste schambasierte Identifikation: "Ich habe es nicht verdient, dass jemand mir emotionale Zuwendung schenkt."
Der Weg zur Veränderung: Mehr als nur Verstehen
Viele Menschen glauben, dass es reicht, diese Muster zu verstehen und zu analysieren. Doch echte Veränderung geschieht nicht im Kopf, sondern durch emotionale Vervollständigung.
Was wirklich verändert
Der Weg zur Heilung führt über mehrere Schritte:
1. Würdigung der alten Strategien
"Diese Überlebensstrategie war brillant. Sie hat mich als Kind beschützt. Aber ich bin nicht mehr klein."
2. Im sicheren Rahmen fühlen dürfen
In unserer Paarberatung dürfen die unangenehmen Gefühle endlich gefühlt werden:
- Die Trauer über das, was fehlte
- Die Wut über die Ungerechtigkeit
- Die Einsamkeit, die verdrängt wurde
- Das Verlassensein, das nie gesehen wurde
3. Nicht wegdrücken, sondern integrieren
Nicht wegbeschwichtigt. Nicht rationalisiert. Nicht verdrängt. Gefühlt. Gesehen. Gewürdigt.
Emotionale Vervollständigung
Das nennt man in der Fachsprache "emotionale Vervollständigung" – etwas, das abgespalten wurde, darf endlich integriert werden. Genau dort, in diesem Prozess, entsteht echte Veränderung.
Die Herausforderung: Das idealisierte Elternbild loslassen
Eine der größten Herausforderungen auf dem Weg zur Heilung ist, dass wir das idealisierte Bild unserer Eltern infrage stellen müssen.
Kindliche Ängste
Das Bröckeln dieses Bildes kann hervorrufen:
- Gefühle von Einsamkeit und Verlorensein
- Den Eindruck, die Eltern zu verraten
- Die Angst, keine innere Stütze mehr zu haben
Die erwachsene Erkenntnis
Als Erwachsene können wir lernen, mit diesen Ängsten umzugehen und erfahren: Es ist nicht mehr existenziell bedrohlich. Wir können auf unseren eigenen Füßen stehen.
Neue Beziehungserfahrungen ermöglichen
Wenn wir diese Tiefenarbeit leisten, öffnet sich der Raum für neue Erfahrungen:
- Beziehungen, in denen beide Partner gesehen werden
- Emotionale Nähe, die sich nicht bedrohlich anfühlt
- Eigene Bedürfnisse, die Raum haben dürfen
- Gegenseitigkeit statt Einseitigkeit
- Authentizität statt Perfektionismus
Wie wir euch in der Paarberatung Ludwigsburg unterstützen
Bei Paarbeziehung im Fokus in Ludwigsburg begleiten wir Paare genau auf diesem Weg der emotionalen Vervollständigung und Transformation.
Unsere Begleitungsformate
Wir bieten euch flexible Formate, je nach eurem Bedarf und eurer Situation:
Paar zu Paar (2 zu 2)
Beide Partner kommen gemeinsam zu uns als Paarberaterpaar. Diese intensive Form ermöglicht:
- Beide Partner werden gleichzeitig von je einem Paarberater gesehen und begleitet
- Beziehungsdynamiken können aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden
- Ein geschützter Raum für tiefe Prozesse im Beisein des Partners
- Modellhaftes Erleben von gesunder Beziehungsdynamik durch uns als Beraterpaar
1 zu 2 (Ein Paarberater mit dem Paar)
Ein Paarberater begleitet beide Partner gemeinsam. Diese Form bietet:
- Fokussierte Arbeit an der Paardynamik
- Klärung von Konflikten in sicherem Rahmen
- Entwicklung neuer Kommunikationsmuster
- Würdigung beider Partner und ihrer Überlebensstrategien
1 zu 1 (Punktuelle Einzelbegleitung)
Manchmal ist es hilfreich, punktuell einzeln zu arbeiten:
- Tiefere Erkundung der eigenen Muster und Scham
- Vorbereitung auf Gespräche mit dem Partner
- Bearbeitung besonders schambehafteter Themen
- Integration von Erkenntnissen aus der Paarberatung
Was euch bei uns erwartet
Keine oberflächlichen Tools, sondern tiefgreifende Transformation:
- Würdigung eurer alten Überlebensstrategien
- Einen sicheren Raum, in dem verdrängte Gefühle sein dürfen
- Emotionales Nachholen dessen, was in der Kindheit nicht möglich war
- Neue Beziehungserfahrungen, die wirklich nähren
Nicht schnelle Lösungen, sondern nachhaltige Entwicklung:
- Arbeit auf der Ebene der Scham und frühen Bindungsmuster
- Integration von Körper, Gefühl und Verstand
- Begleitung in eurem eigenen Tempo
- Respekt für Ihre individuellen Prozesse
Der Mut zur Veränderung
Destruktive Beziehungen festzuhalten ist keine Schwäche oder Fehler. Es ist die logische Folge unserer frühen Bindungserfahrungen und der Scham, die wir entwickelt haben.
Die gute Nachricht: Diese Muster sind nicht in Stein gemeißelt.
Wenn wir bereit sind hinzuschauen, zu fühlen und zu würdigen, öffnen sich neue Wege. Wege zu einer Beziehungsqualität, die uns wirklich nährt, in der wir gesehen werden und in denen beide Partner Raum haben.
Ihr müsst diesen Weg nicht allein gehen.
Möchten ihr mehr erfahren oder einen Termin vereinbaren?
Besucht uns auf www.paarbeziehung-im-fokus.de oder nehmt direkt Kontakt mit uns auf. Wir freuen uns darauf, euch auf eurem Weg zu unterstützen.
Paarberatung Ludwigsburg – Paarbeziehung im Fokus
Für Beziehungen, die wirklich nähren
Wir sind Thomas und Menexia Kladoura und freuen uns auf euch.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie erkenne ich destruktive Beziehungsmuster?
Achte darauf, ob die Beziehung mehr Kraft kostet als sie gibt, ob du dich oft einsam fühlst trotz Partnerschaft, oder ob du deine Bedürfnisse regelmäßig zurückstellst.
Kann man diese Muster wirklich verändern?
Ja, durch emotionale Vervollständigung in einem sicheren professionellen Rahmen (tiefenpsychologische, traumasensible Paarberatung oder Paartherapie) können alte Muster integriert und neue Beziehungserfahrungen ermöglicht werden.
Wie lange dauert eine Paarberatung?
Das ist sehr individuell. Manche Paare kommen für wenige, intensive Sitzungen, andere begleiten wir über mehrere Monate, bis zu 1-2 Jahren. Wir passen uns eurem Prozess an.
Was unterscheidet eure Paarberatung von anderen?
Wir arbeiten tiefenpsychologisch und körperorientiert mit dem Fokus auf emotionaler Vervollständigung, nicht nur kognitiver Einsicht. Wir würdigen eure Überlebensstrategien statt sie zu pathologisieren.
Muss mein Partner mitkommen?
Für Paarberatung ist es ideal, wenn beide kommen. Bei Bedarf bieten wir aber auch punktuelle Einzelsitzungen an, um eigene Themen zu vertiefen.
Dieser Artikel basiert auf den Prinzipien des NARM (Neuroaffective Relational Model) und unserer langjährigen Erfahrung in der Paarberatung.
Begleitung für Paare, die dranbleiben wollen
Wenn ihr spürt, dass ihr das, was sich in der Paarberatung bewegt hat, vertiefen oder stabilisieren möchtet, begleiten wir euch gerne dabei.
In der Paarberatung nach dem Verfahren der Paarsynthese oder in der Paarmediation unterstützen wir euch darin,
das Erarbeitete in euren Alltag zu integrieren – mit Verständnis, Geduld und Herz.
Erfahrt mehr über unsere Arbeit auf www.paarbeziehung-im-fokus.de
Herzliche Grüße aus Ludwigsburg von
Thomas und Menexia Kladoura






